
Édouard Manet, Jesus Mocked by the Soldiers, 1865. Wikimedia Commons. · PD
Die Verspottung Christi
Details
Die Geschichte
Manet schickte diese Leinwand in den Pariser Salon von 1865 und hängte daneben seine Olympia, den Akt, der zum Skandal des Jahres wurde. Beide bekamen ihr Fett weg; die Kritik war gnadenlos, einer tat dieses Bild als „ein scheußliches Ecce Homo“ ab. Es war Manets letztes religiöses Gemälde. Er nahm ein altes, heiliges Thema, den von römischen Soldaten entkleideten und verhöhnten Christus vor der Kreuzigung, und lieh sich die Haltung bei Tizian und van Dyck, Malern, die der Salon verehrte. Anstoß erregte die Malweise. Das Fleisch ist blass und flach beleuchtet, die Soldaten wirken wie verkleidete Ateliermodelle, und nichts hat die Vollendung, die man von einer heiligen Szene erwartete. Viel später vermachte ein amerikanischer Erbe eines mit Landmaschinen erworbenen Vermögens das Bild Chicago.




