
Nicolas Poussin · PD
Landschaft mit dem heiligen Paulus dem Einsiedler
Details
Die Geschichte
Zweihundert Jahre lang hieß der kniende Einsiedler in dieser Landschaft Hieronymus. Der Prado nennt ihn Paulus von Theben. Ihm fehlen sämtliche Attribute des Hieronymus, und das Inventar von 1701 jenes Madrider Palasts, für den das Bild gemalt wurde, führt Paulus auf, den Ägypter, der sich während der Christenverfolgung unter Kaiser Decius im 3. Jahrhundert in die Wüste zurückzog und dort bis zu seinem Tod blieb. Begraben hat ihn der Überlieferung nach der heilige Antonius, mit Hilfe zweier Löwen. Auch der Maler war lange der falsche. In den königlichen Verzeichnissen und in den frühen Katalogen des Prado stand Gaspard Dughet, Poussins Schwager, und erst 1859 wurde für Poussin selbst argumentiert. Eine Röntgenaufnahme im Museum brachte eine weitere Änderung ans Licht. Der hohe Baum hinter dem Heiligen fehlte zunächst. Poussin setzte ihn 1637 oder 1638 ein, als die Leinwand sonst schon fertig war.




