
Lünette: Eleasar und Mattan
Details
Die Geschichte
Am 20. Juni 1980 legten Restauratoren an dieser Lünette eine kleine Reinigungsprobe an. Unter Ruß und alten Leimschichten kamen so leuchtende Farben zum Vorschein, dass die Vatikanischen Museen beschlossen, alle Lünetten zu reinigen und schließlich die ganze Decke. Der Ort war gut gewählt, denn an der Eingangswand der Sixtinischen Kapelle begann Michelangelo die Arbeit, von der Tür zum Altar hin, und diese Lünette ist wahrscheinlich die erste, die er malte. Das Fenster darunter ist übrigens nur gemalt.
Eleasar und Mattan, deren Namen auf der Tafel in der Mitte stehen, sind das vorletzte Paar im Stammbaum Christi, mit dem das Matthäusevangelium beginnt. Links streckt eine auffallend kräftig gebaute Frau die Arme nach einem kleinen Jungen aus, hinter ihr blickt ein Mann erstaunt oder besorgt herüber. Am Steinsitz hängen an einer Schnur ein Schlüssel und ein Geldbeutel. Gleich daneben liegt eine dunklere Stelle. Dort war Putz abgefallen, und man flickte ihn einige Jahrzehnte nach Michelangelo. Der dunkle Ton der Ausbesserung verrät, dass die Fresken schon damals stark nachgedunkelt waren.




