
Lünette: Josia, Jojachin und Schealtiel
Details
Die Geschichte
Die Lünetten liest man so, wie der Stammbaum verläuft, vom Altar aus im Zickzack von Wand zu Wand bis zur Tür. Hier reißt das Zickzack ab. Diese Lünette und die vorangehende mit Hiskia, Manasse und Amon liegen nebeneinander auf derselben Wand, statt sich gegenüberzusitzen, und man bringt den Bruch meist mit der Stelle bei Matthäus zusammen, an der die Babylonische Gefangenschaft beginnt. Jojachin, der hier genannt ist, war der König von Juda, der in dieses Exil verschleppt wurde.
Zugleich ist es die erste Lünette, deren beide Hälften durch eine einzige Handlung verbunden sind. Zwei Kinder werfen sich mit ausgestreckten Armen einander entgegen, und das eine auf dem Schoß des Mannes hält etwas Unbestimmbares, als wolle es dem anderen etwas reichen. Der Mann rechts, meist als Josia mit Jojachin auf den Knien gedeutet, ganz in einen grünen Fransenmantel gehüllt, wirft den Kopf zurück, die Hand vor Überraschung geöffnet. Links weicht die Mutter zurück und hält ihr Kind fest, das Licht fällt auf ihre aufgesteckten blonden Zöpfe. Michelangelo malte die Lünette in der ersten Kampagne.




