Macstarna befreit Caile Vipinas (François-Grab)

Macstarna befreit Caile Vipinas (François-Grab)


Details

Künstler
Unbekannter etruskischer Maler (klassische Zeit)
Jahr
-330
Technik
Malerei auf Putz über Tuffstein (Wandmalerei), im 19. Jahrhundert von den Grabwänden abgelöst und als Tafeln montiert
Gattung
Wandmalerei

Die Geschichte

Im Jahr 48 n. Chr. sprach Kaiser Claudius, der selbst eine Geschichte der Etrusker verfasst hatte, vor dem römischen Senat über Servius Tullius, den sechsten König Roms. Nach den römischen Autoren, sagte er, sei Servius der Sohn einer Kriegsgefangenen gewesen. Die Etrusker erzählten es anders. Bei ihnen hieß er Mastarna und war der treue Gefährte eines Kriegers namens Caelius Vibenna. Nach wechselvollen Kämpfen sei er mit den Resten von dessen Heer nach Rom gekommen, habe sich auf dem Hügel niedergelassen, der nach seinem Anführer Caelius heißt, und einen neuen Namen angenommen. Die Rede ist auf einer Bronzetafel erhalten, die 1528 in Lyon gefunden wurde.

Dieses Bild erzählt die etruskische Fassung fast vier Jahrhunderte vor Claudius. Macstarna, dessen Name neben ihm steht, durchschneidet die Fesseln an den Handgelenken von Caile Vipinas, während die Gefährten über die Wächter herfallen und sie töten. Jede Figur ist beschriftet, bei einigen Opfern steht auch die Heimatstadt dabei, darunter Volsinii. Dass der gemalte Macstarna und der römische König ein und derselbe waren, beruht allein auf dem Wort des Claudius, und wie viel an der Geschichte historisch ist, bleibt umstritten.

Immerhin haben die Brüder Vibenna eine eigene Spur hinterlassen. In einem Heiligtum in Veji wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. ein Trinkgefäß im Namen von Avile Vipiiennas geweiht, Aulus Vibenna, dem Bruder, der auch auf dieser Wand kämpft.

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