Die Opferung der trojanischen Gefangenen (François-Grab)

Die Opferung der trojanischen Gefangenen (François-Grab)


Details

Künstler
Unbekannter etruskischer Maler (klassische Zeit)
Jahr
-330
Technik
Malerei auf Putz über Tuffstein (Wandmalerei), im 19. Jahrhundert von den Grabwänden abgelöst und als Tafeln montiert
Gattung
Wandmalerei

Die Geschichte

Gegen Ende von Homers Ilias verbrennt Achill den Leichnam seines Freundes Patroklos, den Hektor getötet hat, und am Scheiterhaufen tötet er 12 junge Trojaner, die er lebend gefangen hatte. Homer selbst nennt das eine böse Tat. Jahrhunderte später malte ein Künstler in Vulci die Szene an die Wand des Grabes der Familie Saties und machte daraus eine etruskische Geschichte.

Achle, so steht sein Name in etruskischen Buchstaben, stößt das Schwert in den Hals eines sitzenden Gefangenen mit gefesselten Händen. Agamemnon ist zugegen, die beiden Helden namens Aias führen weitere Gefangene heran. Daneben steht der Schatten des Patroklos, bezeichnet mit dem etruskischen Wort hinthial, Totengeist. Zu beiden Seiten Achills erscheinen zwei Gestalten, von denen Homer nichts weiß. Sie gehören zur etruskischen Vorstellung vom Tod. Vanth, eine geflügelte Frau, geleitet die Verstorbenen, und Charun trägt einen schweren Hammer.

Gleich daneben, auf derselben Wand, befreien etruskische Helden einen Gefangenen und erschlagen ihre Gegner, einer davon ein Mann aus Rom. Manche Historiker lesen die beiden Bilder als bewusstes Paar, denn die Römer führten ihre Herkunft auf Troja zurück.

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