
Marie Serre, die Mutter des Künstlers
Details
Die Geschichte
Ende 1695 legte Rigaud, inzwischen einer der gefragtesten Porträtisten von Paris, die Arbeit beiseite und reiste nach Perpignan an der spanischen Grenze, wo seine Mutter Marie Serre lebte. Er verfolgte damit einen bestimmten Zweck. Sein Freund Antoine Coysevox, einer der ersten Bildhauer Frankreichs, sollte eine Marmorbüste der Mutter schaffen, und Coysevox saß in Paris. Also brachte Rigaud ihm ihr Gesicht in Öl mit. Auf dieser Leinwand erscheint sie zweimal, im Profil und im Dreiviertelprofil, genau die Ansichten, die ein Bildhauer braucht. Von vorn malte er sie außerdem, in einem eigenen ovalen Bildnis, das heute in einem Schloss in der Normandie hängt.
Die Geschichte hat Rigaud selbst erzählt, in dem Lebensabriss, den er später einem Freund diktierte. Das Bild behielt er in seinen eigenen Räumen und wollte es der königlichen Akademie vermachen, am Ende ging es aber testamentarisch an Ludwig XV. Die Marmorbüste von Coysevox gelangte tatsächlich an die Akademie und steht heute ebenfalls im Louvre.



