
Meerthiasos-Fries vom sog. Altar des Domitius Ahenobarbus
Details
Die Geschichte
Am 17. Juni 1816, ein Jahr nach Waterloo, wurde in Paris ein langes Marmorrelief zum Verkauf angeboten. Es gehörte Kardinal Joseph Fesch, Napoleons Onkel, der es 1811 in Rom aus dem Palazzo der Familie Santacroce gekauft hatte, zusammen mit einem zweiten, etwa gleich langen Fries. Die beiden wurden getrennt verkauft. Dieser ging an die Münchner Glyptothek, die damals noch im Bau war. Der andere kam in den Louvre, wo er bis heute ist.
Der Pariser Fries zeigt Römer bei einer staatlichen Zeremonie, meist als Zensus gedeutet, mit der Erfassung der Bürger und einem Tieropfer. Der Münchner Fries erzählt einen griechischen Mythos. Der Meeresgott Neptun und seine Braut Amphitrite fahren in einem Wagen, den zwei Tritonen ziehen, umgeben von Nereiden und Meerwesen, und Amphitrites Mutter Doris reitet auf einem Seepferd und trägt die Hochzeitsfackeln. Auf der dritten Platte hielten zwei Metallstifte wohl einst Neptuns Dreizack aus Bronze.
Der übliche Name verbindet die Reliefs mit einem Altar eines Domitius Ahenobarbus und mit einem Neptuntempel in Rom, und beides ist umstritten. Ebenso die Datierung. Die Vorschläge reichen von der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. bis in die Zeit nach 40 v. Chr., und manche Forscher halten die beiden Friese nicht für gleichzeitig entstanden.




