
Caravaggio, Martha and Mary Magdalene, 1598. Wikimedia Commons. · PD
Martha und Maria Magdalena
Details
Die Geschichte
Caravaggio malte dieses Bild im Rom der ausgehenden 1590er Jahre, einer Stadt, in der die katholische Kirche nach der Reformation die reuige Umkehr des Sünders geradezu als Bildthema verlangte. Zu sehen ist der Augenblick, in dem Martha ihre Schwester Maria Magdalena überredet, dem eitlen Leben zu entsagen. Martha zählt ihre Gründe an den Fingern auf, während Magdalena, noch prächtig gekleidet, mit der Hand auf einer Orangenblüte ruht, einem Zeichen der Reinheit. Vor ihr liegt ein kleiner konvexer Spiegel, das alte Sinnbild weiblicher Eitelkeit, das sie im Begriff ist abzulegen. Für die Magdalena stand vermutlich Fillide Melandroni Modell, eine bekannte römische Kurtisane, die Caravaggio öfter malte. Auf der glänzenden Wölbung des Spiegels fängt sich ein Fenster voller Licht, das einzige helle Fenster im ganzen dunklen Raum.




