
Caravaggio, The Calling of Saint Matthew, 1609. Wikimedia Commons. · PD
Die Berufung des heiligen Matthäus
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Die Geschichte
Um 1600 war Rom voller Pilger, denn die Kirche hatte ein Heiliges Jahr ausgerufen, und Caravaggio, damals noch kaum bekannt, erhielt seinen ersten großen öffentlichen Auftrag: die Kapelle einer Kirche für die Franzosen. Er malte den Moment, in dem Christus den Zöllner Matthäus zu sich ruft. Statt einer heiligen Szene aus alter Zeit zeigt er eine Wechselstube seiner eigenen Gegenwart, Männer in modischen Federhüten, die am Tisch im Halbdunkel Münzen zählen. Von rechts fällt ein harter Lichtstrahl herein, der genau der Handbewegung Christi folgt. Bis heute streiten die Fachleute, welche Figur eigentlich Matthäus ist. Lange sah man den bärtigen Mann, der überrascht auf sich selbst zu deuten scheint. Andere meinen, er weise auf den jungen Mann am Ende des Tisches, der gebeugt weiter sein Geld zählt und die Berufung noch gar nicht bemerkt hat. Die Kirche steht bis heute an ihrem Ort, und das Bild hängt genau dort, wofür Caravaggio es geschaffen hat.




