Maria mit Kind

Maria mit Kind


Details

Künstler
Jan Gossaert
Jahr
1526
Technik
Öl auf Eichenholz
Gattung
Gemälde
Maße
30,6 × 24,5 cm

Die Geschichte

Um den Bogen der steinernen Nische, in der Maria sitzt, läuft eine lateinische Inschrift in goldenen Buchstaben. Sie verweist auf das dritte Kapitel der Genesis, auf Gottes Fluch über die Schlange nach dem Sündenfall, als er Feindschaft setzt zwischen ihr und dem Weib, zwischen ihrem Spross und dem Spross der Frau. Die Inschrift geht über den Bibelvers hinaus und nennt diesen Spross beim Namen. Der Same der Frau, Jesus, hat der Schlange den Kopf zertreten.

Gossaert, der die Tafel um 1525 malte, legt noch eine gelehrte Schicht darüber. Das Kunsthistorische Museum sieht in dem kräftigen, lebhaften Kind auf Marias Armen den jungen Herkules, der nach dem griechischen Mythos schon in der Wiege zwei Schlangen erwürgte, die man geschickt hatte, um ihn zu töten. Humanisten der Renaissance deuteten Herkules gern als heidnischen Vorläufer Christi, und die Schlange verbindet beide Geschichten. Die Tafel ist nur etwa 30 Zentimeter hoch, oben halbrund, und schon 1619 ist sie in der kaiserlichen Sammlung in Wien verzeichnet.

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