
Medusa Rondanini
Details
Die Geschichte
Goethe kam im Herbst 1786 nach Rom und wohnte am Corso. Gegenüber, im Palazzo Rondanini, befand sich dieser marmorne Medusenkopf, und in der Italienischen Reise beschrieb er, wie unsäglich treffend darin das ängstliche Starren des Todes in einem schönen, überlebensgroßen Gesicht ausgedrückt sei. Schon das Wissen, dass so etwas geschaffen werden konnte und noch in der Welt ist, mache ihn zum doppelten Menschen. Im folgenden Sommer kam er mit der Malerin Angelika Kauffmann wieder, um das Werk zu sehen.
Generationen lang hatten griechische Künstler die Gorgo als Ungeheuer gezeigt, mit starren Augen, Hauern und herausgestreckter Zunge, ein Gesicht zur Abwehr des Unheils. Diese Medusa ist eine junge Frau. Kleine Flügel wachsen aus ihrem Haar, unter dem Kinn sind Schlangen verknotet. Das Museum nennt den Kopf eine römische Marmorkopie des Medusenhaupts auf dem Schild der Athena Parthenos des Phidias, um 440 v. Chr. Andere Forscher haben ein späteres Vorbild vorgeschlagen.
Später wurde der Kopf von den Erben Rondanini für Kronprinz Ludwig erworben. Er steht im selben Saal wie der Barberinische Faun.




