
Mrs. Samuel Quincy (Hannah Hill)
Details
Die Geschichte
Hannah Hill, Tochter eines wohlhabenden Bostoner Branntweinbrenners, nannte sich gern Sophia, ein unter belesenen Frauen damals beliebter Beiname. Das Bildnis entstand wohl zu ihrer Hochzeit im Juni 1761 mit Samuel Quincy, einem geselligen jungen Juristen aus Braintree. Copley kleidete sie in ein Kostüm nach Rubens' Bildnis seiner Frau Helena Fourment, das 1730 in eine englische Sammlung gelangt war und dort eine Mode solcher Kostümporträts ausgelöst hatte. Das tiefe, eckige Mieder, die mit goldenen Ketten gerafften Ärmel und der Hut stammen von Rubens. Statt der Feder, die Helena hält, trägt Hannah einen Zweig Rittersporn, damals ein Zeichen glühender Zuneigung. Diese Zuneigung wurde auf eine harte Probe gestellt. Beide Familien standen auf der Seite der Whigs, anfangs auch Samuel. 1770 vertrat er die Anklage gegen die britischen Soldaten, die nach dem Massaker von Boston vor Gericht standen, während sein jüngerer Bruder Josiah zu ihren Verteidigern gehörte. Danach rückte Samuel zu den Loyalisten, wurde Kronanwalt der Provinz und segelte im Mai 1775 nach England. Hannah blieb mit den Kindern im Haus ihres Bruders in Cambridge und hielt bis zuletzt zu den Whigs. Am Neujahrstag 1777 schrieb er ihr, die unglückliche Trennung laste beinahe zu schwer auf seinem Gemüt. Meist heißt es, die beiden hätten sich nie wiedergesehen. Doch 1782 schilderte Samuel ihrem Bruder in einem Brief, wie sie in seinen Armen gestorben war.




