
Michelangelo · PD
Lünette: Nahasson
Details
Die Geschichte
Im Buch Numeri ist Nachschon der Fürst des Stammes Juda, der Mann an der Spitze seines Lagers in der Wüste. Michelangelo malte ihn als schmollenden Halbwüchsigen. Er lagert rechts halb liegend in einem roten Mantel mit grüner Kapuze, blonde Locken um ein mürrisches Gesicht, ein Bein auf die Stufe eines Lesepults vor ihm gestreckt. Die Frau hinter ihm nimmt er offenbar wahr, mag sich aber nicht umdrehen. Zum ersten Mal in der erhaltenen Reihe blicken beide Figuren in dieselbe Richtung, statt einander gespiegelt gegenüberzusitzen, so wie es auch in den zwei verlorenen Lünetten der Altarwand war.
Die Frau steht mit einem Fuß auf einer Steinstufe, beugt sich vor, den Ellbogen auf das angehobene Knie gestützt, und betrachtet sich in einem ovalen Spiegel, während die andere Hand ihr Gesicht rahmt. Das lange blonde Haar ist zu einem Knoten gebunden, aus dem ein Zopf fällt, sie trägt Ohrgehänge und ein grünes, mit weißem Pelz besetztes Kleid, die Füße sind nackt. Die Haltung geht vielleicht auf ein antikes Relief der Melpomene zurück, der Muse der Tragödie, das man von römischen Sarkophagen kennt.




