
Norandino und Lucina, vom Oger entdeckt
Details
Die Geschichte
Ein Riese tastet über seine Schafe und stößt dabei auf eine Frau. Die Szene stammt aus Ariosts Epos „Der rasende Roland“, das hier die Geschichte vom Zyklopen aus Homers Odyssee aufgreift. Norandino, König von Damaskus, und seine Frau Lucina sitzen in der Höhle eines Menschenfressers fest, der dort seine Herde hält. In Schaffelle gehüllt, wollen sie zwischen den Tieren ins Freie schlüpfen. Lanfranco zeigt den Augenblick, in dem der Unhold Lucina entdeckt und zu Boden drückt, während sich Norandino nach ihr umdreht. Bestellt hat das fast vier Meter breite Gemälde um 1620 Kardinal Scipione Borghese, der Neffe von Papst Paul V., für die Villa Mondragone in Frascati, einen gewaltigen Landsitz, den er 1613 gekauft hatte. Zur selben Zeit entwarf Lanfranco das Gewölbe über der Segensloggia des Petersdoms. Bis in die 1690er-Jahre blieb das Bild in Mondragone, dann kam es in den Familienpalast in Rom.




