Die heilige Agatha wird im Kerker vom heiligen Petrus geheilt

Die heilige Agatha wird im Kerker vom heiligen Petrus geheilt


Details

Jahr
1613
Technik
Öl auf Leinwand
Gattung
Gemälde
Maße
93 × 114 cm

Die Geschichte

Lange war umstritten, ob diese Leinwand überhaupt von Lanfranco stammt. Eine zweite Fassung besitzt die Galleria Nazionale in Parma, und viele hielten das römische Bild für eine Kopie, zumal es unter einem schweren gelblichen Schleier kaum zu lesen war. Die Restaurierung von 2011 brachte die Wende. Der gelbe Ton entpuppte sich als oxidierter Firnis und eine mit Bitumen eingefärbte Harzschicht, und nach ihrer Abnahme schimmerten die Inkarnate wieder perlmuttartig. Zum Vorschein kamen zudem zahlreiche Pentimenti. Die Hand des Engels mit der Salbe saß zunächst höher, Petrus' Nase und die Finger seiner heilenden Hand wurden verschoben. Für das Museum ist eine Kopie damit ausgeschlossen. Kleine, gleichmäßig verteilte Löcher an den Rändern deuten darauf hin, dass Lanfranco eine quadrierte Vorzeichnung auf die Leinwand nagelte.

Erzählt wird die Legende der heiligen Agatha, einer jungen Adligen aus Sizilien, die unter Kaiser Decius das Martyrium erlitt. Man hatte ihr die Brüste abgeschnitten, und nachts erschienen ihr im Kerker der heilige Petrus und ein Engel, um sie zu heilen. Lanfranco malte das Bild etwa zwischen 1612 und 1615. Die Gestalten tauchen aus dem Dunkel auf, getroffen vom Licht aus dem Zellenfenster, eine Nachtstimmung, die er den römischen Nachfolgern Caravaggios ebenso verdankte wie Correggio, dem großen Maler seiner Heimatstadt Parma. Anders als in Parma rücken die drei Figuren hier eng zusammen. Die Schale hält der Engel, und Petrus' Hand bleibt in der Luft stehen, als zögere er, die Wunden zu berühren.

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