
Nymphe mit dem Skorpion (Gipsmodell)
Details
Die Geschichte
Eine junge nackte Nymphe ist gerade von einem Skorpion gestochen worden. Sie dreht den Fuß, um die Wunde anzusehen, und verzieht das Gesicht zu einer leichten Grimasse. Bestellt hat die Figur 1833 der französische Fürst Charles de Beauvau-Craon für sein Schloss Haroué in Lothringen. Das Gipsmodell stand 1837 schon in der Werkstatt, doch der Marmor kam erst 1845 in den Pariser Salon, 12 Jahre nach dem Auftrag. Unter den Kritikern jenes Salons war der 24-jährige Charles Baudelaire. Er hob die Nymphe als das Hauptstück der ausgestellten Skulptur hervor und schrieb, man könne dem ausländischen Künstler die Bewunderung unmöglich verweigern. Das vereinfachte Gesicht und das Haar greifen auf Florentiner Bildhauer des 15. Jahrhunderts wie Desiderio da Settignano zurück. Der Marmor des Fürsten steht heute im Louvre. Ein zweiter in voller Größe wurde 1846 für Russland bestellt und ist in der Eremitage, zwei kleinere Fassungen befinden sich in Chantilly und in Privatbesitz.





