
Jean-François Millet · PD
Bäuerinnen mit Reisig
Details
Die Geschichte
1852 wird Frankreich zum Zweiten Kaiserreich. Louis-Napoléon hat gerade seinen Staatsstreich vollzogen, und Millets Bauern beginnt man als politisches Thema zu lesen. Drei Jahre zuvor war der Maler vor einer Choleraepidemie aus Paris geflohen und hatte sich in Barbizon am Rand des Waldes von Fontainebleau niedergelassen. Hier, in der Dämmerung, kehren zwei Frauen auf einem schattigen Pfad heim, ein Bündel Reisig auf dem Rücken. Totes Holz im Wald zu sammeln war ein altes Recht der Landarmut, und damals ein umstrittenes. Millet überhöht nichts, nur das Gewicht, den schweren Schritt und das zwischen den Bäumen verlöschende Licht. Die kleine Leinwand kam 1922 in die Eremitage.




