
Jean-François Millet · PD
Die Ährenleserinnen
Details
Die Geschichte
Als Millet die drei gebückten Frauen 1857 im Pariser Salon zeigte, waren viele Betrachter beunruhigt. Die Revolution von 1848 lag erst neun Jahre zurück, und die bürgerliche Kritik witterte in diesen Bäuerinnen Aufruhr, die Armut so groß gemalt wie sonst nur Heilige oder Könige. Dabei zeigt das Bild ein uraltes Recht. Nach der Ernte durften die Ärmsten des Dorfes über die abgeernteten Felder gehen und die liegengebliebenen Ähren auflesen. Millet stellt die harte, schweigende Arbeit in den Vordergrund, die krummen Rücken, die suchenden Hände. Weit hinten steht die andere Seite derselben Ordnung, goldene Garben, hohe Schober und ein berittener Aufseher, der über den vollen Ertrag wacht. Zwischen den beiden Zonen liegt fast das ganze Feld.




