
Théodore Géricault · PD
Bildnis einer Kleptomanin
Details
Die Geschichte
Um 1820 malte Théodore Géricault eine Reihe von Bildnissen, die es so noch nicht gegeben hatte: Porträts von Geisteskranken. Der junge Arzt Étienne-Jean Georget, mit dem er befreundet war, gehörte zu den ersten, die den Wahnsinn als Krankheit verstanden, mit einzelnen festen Zwängen, die man damals Monomanie nannte. Für ihn hielt Géricault etwa zehn solcher Kranker fest, von denen heute noch fünf erhalten sind. Dieser Mann litt unter einem zwanghaften Drang zu stehlen. Géricault malt ihn ganz ohne Spott, mit müden Augen und schiefem Blick, so ernst und würdig, wie man sonst einen Feldherrn malte. Der dunkle Hintergrund lässt allein das fahle Gesicht hervortreten, fast wie ein klinischer Befund.




