
Théodore Géricault · PD
Das Floß der Medusa
Details
Die Geschichte
1816 lief die französische Fregatte Méduse vor der Küste Westafrikas auf eine Sandbank, weil ein unfähiger Kapitän das Kommando hatte, den man wegen seiner royalistischen Gesinnung eingesetzt hatte. Für die Lebenden reichten die Boote nicht, also zimmerte man ein großes Floß, auf das man rund 150 Menschen drängte. Nach 13 Tagen auf offener See wurden nur 15 lebend geborgen, dazwischen lagen Hunger, Mord und Kannibalismus. Der Skandal erschütterte Frankreich. Der junge Géricault stürzte sich darauf. Er befragte Überlebende, ließ sich ein Modell des Floßes bauen und studierte in Leichenhäusern die Farbe des Todes, um alles genau zu treffen. Sein Bild ist riesig, fast fünf mal sieben Meter, und zeigt den Moment, in dem die Verzweifelten in der Ferne ein winziges Schiff entdecken und sich einander emporstemmen, um ein Tuch zu schwenken. Ganz oben winkt ein Mann, unten liegen schon die Toten. 1819 stellte Géricault das Werk im Pariser Salon aus, vorsichtshalber unter dem harmlosen Titel Szene eines Schiffbruchs. Heute hängt es im Louvre. Géricault selbst starb wenige Jahre später mit nur 32 Jahren.




