
Bildnis eines jungen Mannes
Details
Die Geschichte
An der Wand hinter dem jungen Mann ist ein kleines Pergamentblatt angeheftet, oben ein gemaltes Bild, darunter ein lateinisches Gebet. Das Bild zeigt das Heilige Antlitz, das Gesicht Christi, das sich der Überlieferung nach wunderbar in ein Tuch eingeprägt hatte, und solche Gebete hatten einen ganz praktischen Zweck. Man glaubte, wer sie sprach, verkürze die Zeit, die seine Seele im Fegefeuer zubringen musste. Genauso genau verzeichnet das Bildnis, was der Mann besaß. Eine rote Houppelande, das lange, pelzgefütterte Gewand, einen goldenen Siegelring, und das Haar ist an Schläfen und Nacken ausrasiert, wie es die Mode verlangte. In den Händen hält er ein kleines Gebetbuch mit Goldschnitt und Quasten, und in der Gürteltasche stecken Wachstäfelchen und ein Metallgriffel, das Notizbuch eines Mannes, der sich Dinge aufschreiben musste. Die National Gallery hält es für möglich, dass er ein italienischer Kaufmann war. Sein Blick geht zur Seite, vielleicht zu einer zweiten, heute verlorenen Tafel. Auf der Rückseite schrieb eine Hand des 18. oder frühen 19. Jahrhunderts Luca d'Olanda, den italienischen Namen des holländischen Malers Lucas van Leyden, der erst Jahrzehnte nach diesem Bildnis geboren wurde.




