
Bildnis des Abbondio Rezzonico, Senator von Rom
Details
Die Geschichte
1765 ernannte Papst Clemens XIII. seinen Neffen Abbondio Rezzonico, damals Anfang 20, zum Senator von Rom. Im 18. Jahrhundert stand dieser Titel einem einzigen Mann zu, dem höchsten zivilen Magistrat der päpstlichen Stadt, mit der Macht über Leben und Tod in ihren Gerichten und dem Amtssitz im Senatorenpalast auf dem Kapitol. Batoni malte ihn 1766 zum feierlichen Einzug in diesen Palast, auf einer fast drei Meter hohen Leinwand, ein Bild jener Art, die er selbst ein Staatsporträt mit Historie nannte. Abbondio hat sich eben von seinem Stuhl erhoben, in roter Seide und Gold, das elfenbeinerne Zepter seines Amtes in den Händen. Zu seinen Füßen liegen Schwert und Rutenbündel der Justiz, und ein Putto hält die Waage mit einem Ölzweig, die Billigkeit, durch Gnade gemildert. Hinter ihm öffnet sich der Blick auf das Kapitol, und in seinem Rücken steht die Statue der Göttin Roma. Batoni signierte auf der Stufe, lateinisch, gemalt in Rom im Jahr 1766. Später wurde Abbondio der große Förderer des jungen Bildhauers Antonio Canova, und mit seinen beiden Brüdern, beide Kardinäle, gab er bei Canova das Grabmal ihres Onkels Clemens XIII. im Petersdom in Auftrag.




