
Bildnis Claude-Henri Watelet
Details
Die Geschichte
Im Katalogheft des Pariser Salons von 1763 stand dieses Bildnis unter Nummer 131, an die Wand kam es aber nicht. Greuze hatte es nicht vollendet, vor allem den Kopf nicht, weil sein Modell nach Italien gereist war. Claude-Henri Watelet war 1763 und 1764 mit seiner Gefährtin Marguerite Le Comte unterwegs, einer Malerin, die er im Radieren unterrichtete, und erst im Salon von 1765 war das fertige Bild zu sehen.
Die Reise konnte Watelet sich leisten. Er war Generalsteuereinnehmer, einer der Beamten, die die königlichen Steuern einzogen, und sein Geld gab er für die Künste aus. Als Liebhaber malte und radierte er selbst, wurde wegen eines langen Lehrgedichts über die Malerei in die Académie française gewählt und legte auf einer Seine-Insel bei Paris den Moulin Joli an, einen Garten nach englischer Art. Greuze zeigt ihn am Schreibtisch mit einem Zirkel, mit dem er eine kleine Bronzenachbildung der Venus Medici vermisst, jener antiken Statue, die damals als Maßstab weiblicher Schönheit galt.
In der Versteigerung von Watelets Sammlung nach seinem Tod 1786 taucht das Bildnis nicht auf. Der Louvre vermutet, dass er es schon zu Lebzeiten verschenkt hat, vielleicht an Marguerite Le Comte.




