
Bildnis der Marie Adélaïde von Frankreich in türkischer Tracht
Details
Die Geschichte
Um 1753 war es bei Hofe in Frankreich schick, sich à la turque malen zu lassen: in weitem seidenem Gewand und Turban, auf einem Diwan hingestreckt, in einer osmanischen Behaglichkeit, die die meisten Modelle nur aus Stichen und Reiseberichten kannten. Die junge Frau hier ist Marie Adélaïde, eine der Töchter Ludwigs XV., und Liotard zeigt sie in eben diesem Kostüm lang auf einem Sofa, ganz in ein Buch versunken. Für das Bildnis einer Prinzessin ist das erstaunlich zwanglos. Statt Thron und Staatsgewand ein lesendes Mädchen, das geblümte Gewand und der vielschichtige Kopfputz mit seiner gewohnten Geduld für Stoff festgehalten. Die Haltung verläuft diagonal, wie ertappt. In die Uffizien kam das Bild 1932, und erst eine alte Aufschrift auf der Rückseite verrät, welche der Königstöchter wir vor uns haben.



