Das Schokoladenmädchen

Das Schokoladenmädchen


Details

Jahr
1744
Technik
Pastell auf Pergament
Maße
82,5 × 52,5 cm

Die Geschichte

Heiße Schokolade war um 1745 ein Getränk der Höfe, teuer und noch ein wenig exotisch, und genau so wird sie hier serviert. Auf dem kleinen dunklen Tablett steht eine weiße Porzellantasse mit schaumiger Schokolade, gehalten von einer silbernen Filigranfassung, damit nichts überschwappt. Auf der Untertasse liegt ein Keks, daneben steht ein hohes Glas Wasser. Im Wasser spiegeln sich Fensterscheiben, und durch das Glas hindurch sieht man den Daumen des Mädchens. Wer sie war, weiß niemand. Das Museum nennt sie schlicht ein anonymes Kammermädchen. Liotard hat das Blatt wahrscheinlich in Wien gezeichnet. Im Februar 1745 kaufte es Graf Francesco Algarotti, ein venezianischer Schriftsteller, in Venedig für 120 Zechinen, eine damals sehr hohe Summe in Goldmünzen, für August den Dritten, König von Polen und Kurfürst von Sachsen. So kam es nach Dresden, wo der König Pastelle sammelte. Kurz unterhalb der Knie laufen zwei feine Linien quer über das Bild, die Naht, an der zwei Stücke Pergament aneinandergesetzt sind.

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