
Pierre-Auguste Renoir · PD
Porträt von Rapha Maître
Details
Die Geschichte
Im Frühjahr 1900 hing dieses Bildnis in Berlin, auf der zweiten Ausstellung der Berliner Secession. Entstanden war es fast 30 Jahre zuvor, im April 1871, wie Renoir neben der Signatur vermerkte. Paris hatte damals gerade vier Monate Belagerung durch preußische Truppen hinter sich und wurde seit März von der Kommune regiert. Die Frau in cremefarbener Seide mit Spitzenbesatz ist Rapha. Über 30 Jahre lang war sie die Lebensgefährtin von Edmond Maître, einem Musikliebhaber aus dem Freundeskreis Renoirs und des Malers Bazille. Verheiratet waren die beiden nie, und über sie weiß man kaum mehr, als dass sie aus Belgien stammte. Sie steht in einer Zimmerecke, die zum kleinen Wintergarten geworden ist, mit einer Calla, roten Hyazinthen und einem Käfig mit Wellensittichen, und blickt zum Fenster, das außerhalb des Bildes liegt. Zur Zeit dieser Ausstellung gehörte das Gemälde dem Pariser Kunsthändler Durand-Ruel, der es im Oktober 1898, nach dem Tod ihres Gefährten, von Rapha gekauft hatte.




