
Gustave Courbet · PD
Felsen nahe der Grotte der Loue
Details
Die Geschichte
Die Münchner Galerie an der Wagmüllerstraße war 1941 aus dem Kunst- und Auktionshaus von Hugo Helbing hervorgegangen, einem jüdischen Kunsthändler, der nach Misshandlungen in der Pogromnacht 1938 gestorben war. Im Mai 1942 hatte die Galerie diese Felsenlandschaft von Gustave Courbet im Bestand. Wenige Tage zuvor war das Bild beim Berliner Auktionshaus Hans W. Lange angeboten worden, eingeliefert von einem Hamburger Besitzer, der in den Unterlagen nur als W. auftaucht, und dort unverkauft geblieben. Bis Oktober 1942 erwarb es die Parteikanzlei der NSDAP. Nach dem Krieg stellten es die Amerikaner im Central Collecting Point in München sicher, und 1956 ging es in das Eigentum des Freistaats Bayern über. Frühere Stationen sind kaum belegt, bekannt ist nur eine Nachlassversteigerung in Amsterdam im Jahr 1911. Seit 2025 ist das Bild bei Lost Art gemeldet, der Datenbank für Kulturgüter, deren Entzug durch NS-Verfolgung nicht auszuschließen ist. Courbet malte die Schlucht an der Loue, dem Fluss seiner Heimat, um 1872, mit einer Turmruine auf dem Felsen oben rechts.




