
Die heilige Agatha
Details
Die Geschichte
Die junge Frau senkt den Blick auf eine Fußschale, und erst beim zweiten Hinsehen erkennt man, was darauf liegt. Es sind ihre eigenen Brüste. Die heilige Agatha von Catania soll im 3. Jahrhundert so gemartert worden sein, und die abgetrennten Brüste wurden ihr Erkennungszeichen. Im Borghese-Inventar von 1693 steht die kleine Holztafel als Werk Leonardos. Heute führt die Galleria Borghese sie als lombardische Arbeit des 16. Jahrhunderts, abgeleitet von einem verlorenen Gemälde des Mailänders Bernardino Luini, der sich eng an Leonardos weiches Lächeln hielt. Daher rührt der alte Irrtum. Im Heiligenschein sitzt ein Kranz aus kleinen weißen Jasminblüten. Der Kunsthistoriker Adolfo Venturi fand die Malerei 1893 eher schwach, lobte aber ausdrücklich die Hand, die das Gefäß hält.




