
Bronzino · PD
Johannes der Täufer
Details
Die Geschichte
Unten links hat Bronzino seinen Namen in den Felsen eingeritzt, der Maler dieser Tafel war also nie umstritten. Offen blieb lange, wen sie zeigt. Seit Ende der 1980er-Jahre deutet man sie als Bildnis Giovanni de' Medicis, eines Sohnes von Herzog Cosimo I., in der Gestalt seines Namenspatrons Johannes des Täufers, der zugleich Schutzheiliger von Florenz ist. Im Januar 1560 wurde der Junge mit 16 Jahren Kardinal, etwa zur selben Zeit erhielt er das Erzbistum Pisa. Ein Jahr zuvor hatte der Frieden von Cateau-Cambrésis die Kriege zwischen Frankreich und Spanien um Italien beendet, und Cosimos Herrschaft über die Toskana schien gefestigt. Die Attribute des Heiligen sind alle da, das Fell über den Schultern, das Kreuz aus dünnen Rohrstäben, die Schale, eben an der Quelle gefüllt. Das Gesicht mit den dichten Locken und den rosigen Lippen gehört dagegen einem jungen Mann aus Fleisch und Blut. Giovanni starb im November 1562 mit 19 Jahren an Malaria.




