
Der heilige Joseph und zwei Hirten
Details
Die Geschichte
Diese kleine Tafel, kaum 20 Zentimeter hoch, wurde aus einem größeren Bild der Geburt Christi herausgeschnitten. Oben erkennt man noch Spuren vom Gewand eines Engels. Rechts steht der heilige Joseph, hinter ihm zwei Hirten. Wie das Ganze aussah, weiß man von einer vollständigen Kopie, die um 1925 in einer Berliner Privatsammlung war und später an die Galerie Wildenstein in New York ging. Ein weiteres Stück derselben Geburt Christi mit der betenden Maria befindet sich in Berlin, und als es 1839 zum ersten Mal erwähnt wurde, hielt man es für eine heilige Barbara von Memling. Im vollständigen Bild war Maria links, Joseph gegenüber.
Beide Fragmente stammen aus dem Zisterzienserkloster Salem am Bodensee, das 1803 aufgehoben wurde, und ein Freiburger Sammler kaufte dieses von einem ehemaligen Mönch. 1902 wurde es in Brügge als Werk von Dieric Bouts ausgestellt und lange als eigenhändig angesehen, und der Louvre führt es bis heute unter seinem Namen. Der Kommentar des Museums selbst ist vorsichtiger und folgt der belgischen Kunsthistorikerin Catheline Périer-D'Ieteren. Er nennt die Tafel ein Erzeugnis aus Bouts' Werkstatt, gemalt von einem mäßig begabten Nachfolger im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts. 1927 kam sie als Geschenk über die Gesellschaft der Freunde des Louvre ins Museum.




