
Der heilige Stephanus
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Die Geschichte
Stephanus, der erste Märtyrer der Kirche, wurde der Apostelgeschichte zufolge vor der Stadt Jerusalem gesteinigt. Francesco Francia deutet das nur an. Ein paar Steine liegen neben dem knienden Diakon auf dem Boden, und von seiner Stirn rinnen dünne Blutfäden. Sonst herrscht Ruhe, mit der roten Dalmatik und ihren fein gemusterten Borten, einer Brüstung, Säulen auf vergoldeten Sockeln und dahinter Wasser und Hügeln. Unten auf einem gemalten Zettel steht lateinisch, dies sei das Gelübde des Vincenzo Desideri, ausgeführt von Francias Hand. Es handelt sich also um ein Votivbild, wohl für einen Auftraggeber aus Bologna, entstanden in der zweiten Hälfte der 1480er Jahre. Es gehört zu den Werken, gegen die 1891 ein vermeintliches Bildnis Cesare Borgias von Raffael eingetauscht wurde, das die Familie Borghese an Baron Rothschild verkaufte.
