
Saliera (Salzfass)
Details
Die Geschichte
In den frühen Morgenstunden des 11. Mai 2003 kletterte ein Mann über das Baugerüst an der Fassade des Kunsthistorischen Museums, schlug ein Fenster ein und verschwand mit diesem Salzfass. Die Alarmanlage schlug zwar an, galt aber als Fehlalarm, und so fiel der Verlust erst am Morgen auf. Danach verlangte der Dieb Lösegeld. Im Jänner 2006 veröffentlichte die Polizei Bilder, die ihn beim Kauf eines Mobiltelefons zeigen, und wenige Tage später führte er die Ermittler in einen Wald bei Zwettl im Waldviertel, wo die Saliera in einer Bleikiste vergraben lag. Er war, wie sich herausstellte, ein Fachmann für Alarmanlagen.
Gestohlen hatte er das einzige größere Goldschmiedewerk Cellinis, das erhalten ist. Cellini fertigte es in Paris für den französischen König Franz I. und vollendete es 1543. Der Meeresgott Neptun und eine Erdgöttin sitzen einander gegenüber, die Beine ineinander verschränkt, so wie Land und Meer ineinandergreifen. Das kleine Schiff neben Neptun nahm das Salz auf, der kleine Tempel neben der Göttin den Pfeffer. Nach Österreich kam die Saliera 1570 als Geschenk König Karls IX. von Frankreich an Erzherzog Ferdinand II. von Tirol, der ihn bei seiner Hochzeit als Stellvertreter vertreten hatte.
