
Salome mit dem Haupt Johannes des Täufers
Details
Die Geschichte
Lange Zeit wusste niemand, von wessen Hand dieses Bild stammte. Ein Medici-Inventar von 1666 nannte es Herodias und schrieb es Penni zu, einem Gehilfen Raffaels; 1704 wurde daraus Pontormo, 1795 Federico Barocci. Erst in den 1950er Jahren erkannte der Kunsthistoriker Roberto Longhi den Spanier Alonso Berruguete, der als junger Mann nach Florenz und Rom gekommen war, um Raffael und Michelangelo zu studieren. Salome sitzt allein vor dunklem Grund, das abgeschlagene Haupt Johannes des Taeufers schwer auf der Schale. Sie hatte es verlangt, gedraengt von ihrer Mutter Herodias, und doch gibt Berruguete ihr einen unsicheren Griff und einen gesenkten, fast angewiderten Blick, als sei ihr das Ganze ueber den Kopf gewachsen. Der Kopf ist uebergross, die Zuege hart herausgearbeitet. Gemalt hat er das Bild um 1514, in denselben Jahren, in denen er in Rom antike Marmorbilder kopierte.
