
Max Beckmann · PD
Selbstbildnis mit rotem Schal
Details
Die Geschichte
Als sich Beckmann 1917 malte, dauerte der Erste Weltkrieg noch an, doch er war schon von der Front zurück. Freiwillig hatte er sich als Sanitäter gemeldet, aber was er in Flandern sah, trieb ihn 1915 in einen Nervenzusammenbruch, und er wurde entlassen. Hier zeigt er sich abgemagert, mit aufgerissenen Augen und verdrehtem Hals, den roten Schal um die Kehle. Hinter ihm fügt sich das Fenster genau auf Höhe seines Kopfes zu einem Kreuz. Auch seine Malweise hat sich verändert: Aus den runden Formen von früher sind harte, schneidende Kanten geworden. Er sagte damals, er wolle das Unsagbare des Lebens in klare, fast kristalline Flächen bannen.


