
Anthony van Dyck · PD
Sofonisba Anguissola auf dem Totenbett
Details
Die Geschichte
Am 12. Juli 1624 zeichnete der junge van Dyck in Palermo die Malerin Sofonisba Anguissola nach dem Leben in sein italienisches Skizzenbuch, das heute im British Museum liegt. Neben die Zeichnung schrieb er, sie habe mit 96 Jahren noch ein sehr scharfes Gedächtnis und einen wachen Verstand, und gab ihr damit wohl mehr Jahre, als sie tatsächlich zählte. Im Jahr darauf starb sie in Palermo.
Hier liegt sie an ein weißes Kissen gelehnt, in ähnlich dunklem Kleid und weißem Schleier, und das Licht fällt auf ihre langen Finger. Das Museum datiert die Leinwand auf 1624 oder 1625. Einer anderen Deutung zufolge nahm van Dyck die Nachricht von ihrem Tod zum Anlass, aus Skizze und früherem Bildnis ein Totenbettbild zum Gedenken an die bewunderte Künstlerin zu machen. 1633 malte er in London noch einmal eine Frau auf dem Totenbett, Venetia Lady Digby. Als 1930 das Firmenimperium des Turiner Industriellen Riccardo Gualino zusammenbrach, überließ er seine Sammlung dem Staat, und mit ihr kam dieses Bildnis.




