Sol Justitiae (Die Sonne der Gerechtigkeit)

Sol Justitiae (Die Sonne der Gerechtigkeit)


Details

Jahr
1499
Technik
Kupferstich
Gattung
Druckgrafik
Maße
10,7 × 7,7 cm

Die Geschichte

Christus sitzt auf einem Löwen, in der einen Hand das erhobene Schwert, in der anderen die Waage, und sein Gesicht flammt wie die Sonne. Dürer stach diese kleine Platte um 1499, als viele in Deutschland mit der Jahrhundertwende das Ende der Welt erwarteten, und fasste das Jüngste Gericht in eine einzige Gestalt. Den Namen liefert der Prophet Maleachi mit seiner Verheißung, die Sonne der Gerechtigkeit werde aufgehen. Das Bild selbst fand Dürer in einem Nachschlagewerk für Prediger, dem Repertorium morale des französischen Benediktiners Pierre Bersuire aus dem 14. Jahrhundert. Dort heißt es, Christus werde am Tag des Gerichts brennend und grimmig erscheinen, wild wie ein Löwe, und die Sünder verdorren lassen wie die Sommersonne das Gras. Auch der Löwe hat eine astrologische Seite. Das Sternzeichen Löwe gehörte zum Hochsommer, wenn die Sonne am heißesten brennt, und galt als ihr eigenes Haus. So ist die Figur zugleich Christus, antiker Sonnengott und Justitia mit der Waage. Die Platte ist nur etwa 10 Zentimeter hoch, das Bostoner Blatt einer ihrer Abzüge. Bevor es 1897 nach Boston kam, gehörte es dem Lübecker und Dresdner Grafiksammler Wilhelm August Ackermann.

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