
Kauernde Frau
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Die Geschichte
Helene Kröller-Müller hatte ihrem Museum eine strenge Regel mitgegeben. Die Sammlung sollte nur noch mit Werken von Künstlern wachsen, die schon darin vertreten waren. Bram Hammacher, seit 1948 Direktor in Otterlo, las die Stiftungsurkunde genau und stellte fest, dass dort nur von Malerei die Rede war. Von Skulptur stand kein Wort darin. Also kaufte er 1950 drei Bronzen von Rodin, und diese kauernde Frau war ihm die liebste.
Die Figur ist ein Kind des Höllentors. Um 1882 hockte sie dort als gut 30 Zentimeter kleine Gestalt unter den Verdammten, zusammengepresst, eine Hand an der Brust, die andere am Fuß. Erst mehr als 20 Jahre später ließ Rodin sie in Lebensgröße vergrößern, und von diesem großen Modell stammt der Guss in Otterlo. Hammacher meinte, Rodins Bildhauergeist zeige sich in der Behandlung der Oberfläche, in dieser unruhig durchgearbeiteten Haut. Ab 1953 stand die Bronze im neuen Skulpturensaal, seit der Eröffnung des Skulpturengartens im Juni 1961 steht sie draußen auf einem Sandsteinsockel zwischen den Bäumen.

