
Der heilige Lukas malt die Madonna
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Die Geschichte
Die Maler der Niederlande waren in Gilden organisiert, die den Namen des heiligen Lukas trugen, denn eine alte Legende erzählte, der Evangelist habe die Muttergottes nach dem Leben gemalt. Gossaert war 1503 in die Antwerpener Lukasgilde eingetreten, und hier zeigt er den Patron seines Handwerks bei der Arbeit. Lukas kniet in rotem Gewand an einem Pult, hinter ihm steht ein Engel und legt ihm die Hand auf den Arm. Auf dem Pult liegt eine Zeichnung von Maria mit dem Kind, laut Kunsthistorischem Museum eben erst mit Engelshilfe fertiggestellt.
Maria sitzt ihm nicht im Raum Modell. Sie erscheint in einer Wolke, das Kind im Arm, und zwei kleine Engel halten eine Krone über sie. Eine Madonna als Vision war in den Niederlanden damals ungewöhnlich, weshalb man italienische Vorbilder vermutet. Italienisch ist auch die Architektur mit ihren ornamentierten Pilastern und Rundbögen, und in einer Nische über dem Heiligen steht eine Statue des Moses mit den Gesetzestafeln. Die Sandalen des Lukas liegen neben ihm am Boden. Wie Moses vor dem brennenden Dornbusch hat er sie ausgezogen, weil der Boden unter ihm heilig ist. Über den Mantelsaum Marias läuft eine Zeile lateinischer Buchstaben, manche spiegelverkehrt, die keinen lesbaren Text ergeben.




