
Stele der Dame Tachemes in Anbetung vor Re-Harachte
Details
Die Geschichte
Auf dem Kopf der Dame sitzt über der Perücke ein kleiner heller Kegel. Solche Kegel tragen in der ägyptischen Malerei jahrhundertelang Gäste bei Festmählern und Verstorbene, und lange erklärte man sie als Klumpen aus parfümiertem Fett, die in der Hitze schmolzen und das Haar dufteten ließen. 2019 veröffentlichten Archäologen, die in Amarna graben, die ersten echten Exemplare, zwei hohle Kegel aus einem wachsartigen Material auf den Köpfen von Toten aus einem Friedhof einfacher Stadtbewohner. Was immer sie bedeuteten, es gab sie wirklich.
Die Dame heißt Tachemes, so liest der Louvre ihren Namen, mit Fragezeichen. Sie steht in plissiertem Kleid und breitem Halskragen und erhebt die Hände vor dem falkenköpfigen Re-Harachte, der mit Sonnenscheibe und Uräusschlange auf dem Kopf thront und Geißel und Krummstab hält, zwischen ihnen ein Opfertisch. Oben spannt sich das Zeichen für den Himmel, getragen von zwei Was-Zeptern, den Stützen des Himmels, und im Bogenfeld schwebt eine geflügelte Sonnenscheibe. Grau, rot, schwarz, blau und grün bemalt, auf einem nur etwa 25 Zentimeter hohen Holzbrett, wird die Stele nach ihrem Stil in die 22. Dynastie datiert, in die Dritte Zwischenzeit Ägyptens.




