
Stele des Minnacht
Details
Die Geschichte
Nach dem frühen Tod Tutanchamuns bestieg ein betagter Hofbeamter den ägyptischen Thron, Eje, und er regierte nur etwa vier Jahre. Diese Stele ist in sein viertes Regierungsjahr datiert. Ihr Besitzer wirkte in Achmim, der oberägyptischen Stadt, mit der Ejes Familie gewöhnlich verbunden wird, und seine Titel führen direkt zum König. Er war erster Prophet des Min und der Isis, Vorsteher der Priester aller Götter von Achmim und Leiter der Arbeiten an einem Heiligtum, das Ejes eigenen Thronnamen trug. Der Louvre liest seinen Namen Nachtmin. Lange war er als Minnacht verzeichnet, denn die Schreiber setzten den Götternamen aus Ehrfurcht an den Anfang, und so lässt sich der Name in beide Richtungen lesen.
Im Bogenfeld liegen zwei Schakale auf Sockeln, Upuaut des Nordens und Upuaut des Südens, der Gott, dessen Name Öffner der Wege bedeutet. Darunter bitten die vertieft eingeschnittenen, einst gelb bemalten Hieroglyphen darum, dass er in sein Grab ein- und ausgehen, sich in seinem Schatten erfrischen, täglich aus seinem Kanal trinken und an seinem See spazieren möge. Dann wendet er sich an die Lebenden. Ich habe dem Hungrigen Brot gegeben, sagt er, und den gesättigt, der nichts hatte. Die Stele kam 1827 in den Louvre, mit der angekauften Sammlung von Bernardino Drovetti, dem französischen Generalkonsul in Ägypten.




