
Stillleben mit silberner Branntweinschale, Weinglas, Hering und Brot
Details
Die Geschichte
In der Mitte dieses kleinen Frühstückstisches steht eine Silberschale, die ein holländischer Haushalt sonst nur zu einem Fest hervorholte. Es ist eine brandewijnkom, eine Branntweinschale, flach und wie eine Blüte gebuckelt, mit einem flachen, durchbrochenen Griff an jeder Seite. Man füllte solche Schalen mit Branntwein, gesüßt mit Zucker und Rosinen, und reichte sie von Gast zu Gast weiter, jeder nahm einen Löffel davon. Der bekannteste Anlass war das Treffen der Frauen, die ein neugeborenes Kind begrüßten, doch die Schale kam auch bei anderen Feiern auf den Tisch.
Hier enthält sie eine bräunliche Flüssigkeit und steht auf dem gefalteten weißen Tuch zwischen ganz gewöhnlichem Essen, einem aufgebrochenen Brot, einer geknackten Walnuss, einem Fisch auf dem Zinnteller. Dahinter erhebt sich ein großer grüner Römer, halb mit hellem Wein gefüllt. Claesz hielt die ganze Tafel in seinen gedämpften Grau- und Brauntönen, und das Silber fängt dasselbe matte Tageslicht wie das Zinn.
Monogramm und Jahreszahl 1642 setzte er links neben das Glas an die Wand. Das Museum of Fine Arts besitzt noch eine zweite Tafel von Claesz aus demselben Jahr, auf der statt der Silberschale ein Steinzeugkrug steht.



