
Die Geschichte
San Luigi dei Francesi ist eine Kirche im Gebrauch, die Nationalkirche der Franzosen in Rom, wenige Schritte von der Piazza Navona entfernt. Die meisten Besucher gehen durch das vergoldete Langhaus direkt zur letzten Kapelle links. Dort ist es meist dämmrig und voll, und dort hängen drei Leinwände von Caravaggio zum Leben des heiligen Matthäus, des Zöllners, der Apostel wurde.
Die Kapelle gehörte einem französischen Kardinal, Matthieu Cointerel, den man in Rom Contarelli nannte. Er starb 1585 und hinterließ Geld für Szenen aus dem Leben seines Namenspatrons. Die Ausmalung zog sich über Jahre hin. Im Juli 1599 schlossen seine Erben einen Vertrag mit Caravaggio, der noch keine 30 war und von seinem Förderer, Kardinal Francesco Maria del Monte, empfohlen wurde. Im Juli 1600 hingen die beiden Seitenbilder. Links die Berufung des Matthäus, in der ein Lichtstrahl einen Raum mit Männern beim Geldzählen durchquert, während Christus auf Matthäus zeigt. Rechts das Martyrium des Matthäus, der Heilige am Altar niedergestreckt. Es war sein erster großer öffentlicher Auftrag, und er machte ihn in Rom bekannt.
Für das Altarbild brauchte es zwei Anläufe. Die erste Fassung, Matthäus beim Schreiben mit einem Engel, wurde abgelehnt. Sie ging an den Sammler Vincenzo Giustiniani, später an die Berliner Museen, und wurde dort 1945 zerstört. Die zweite, die Inspiration des Matthäus, kam 1602 über den Altar und hängt noch heute dort.
Der Bau der Kirche dauerte den größten Teil des 16. Jahrhunderts, geweiht wurde sie 1589. An der Fassade stehen Statuen Karls des Großen und des heiligen Ludwig, des französischen Königs, nach dem sie benannt ist. In der zweiten Kapelle rechts malte der Bologneser Maler Domenichino zwischen 1612 und 1615 Fresken zum Leben der heiligen Cäcilie, darunter eine Szene, in der sie Kleider an die Armen verteilt.


