
Der tote Vogel
Details
Die Geschichte
1765 zeigte Greuze im Pariser Salon ein Mädchen, das um seinen toten Kanarienvogel weint, und der Kritiker Denis Diderot richtete in seiner Besprechung eine lange, neckende Ansprache an sie, mit der Andeutung, der Vogel stehe für einen ganz anderen Verlust. Dieses Bild hängt heute in Edinburgh. 35 Jahre später kam Greuze auf das Thema zurück.
Diese Tafel war im Salon von 1800 unter einem längeren Titel zu sehen, der den Augenblick genau benennt, ein Kind, das zögert, einen Vogel zu berühren, aus Angst, er könnte tot sein. Das Mädchen im Louvre ist jünger, trägt ein weißes Kleid und einen weißen Schal, die linke Schulter bloß, und ihre Hand hat sich eben auf den weißen Vogel neben einer kleinen Schale gelegt. Aus der Trauer des früheren Bildes ist Zögern geworden.
Die Tafel trägt noch das Wachssiegel von Arthur de Rothschild, dem Pariser Sammler aus der Bankiersfamilie, dem sie einst gehörte.




