
Die Pfändung
Details
Die Geschichte
Ein Mann im Zylinder, die Brille auf der Nase, liest die Verfügung vor und zeigt mit ausgestrecktem Arm zur Tür. So beginnt bei Peter Fendi 1840 eine Pfändung, das Wegnehmen von Hab und Gut wegen unbezahlter Miete. Der Raum ist kahl, darin lebt eine siebenköpfige Familie. Der Vater, ein Handwerker mit Schürze, sitzt da, den Kopf in die Hand gestützt. Ein Polizist mit Zweispitz durchsucht die Tischlade, ein Gehilfe am Boden schnürt das Bettzeug zusammen. Mutter und Kinder halten sich aneinander fest, hinten im Bett weint eine alte Frau in ein Tuch.
Hinter dem Bild steht eine Entwicklung, die Wien seit den 1830er Jahren erlebte. Die Fabriken ließen viele alte Handwerksberufe verschwinden, und immer mehr Menschen gerieten in Armut und Schulden.

