
Sterbender Gallier
Details
Die Geschichte
Lange hielt man diesen Mann für einen Gladiator. Die Marmorfigur ist erstmals 1623 in der Sammlung der Familie Ludovisi verzeichnet, die damals in Rom ihre Villa auf dem Gelände der antiken Gärten des Sallust errichtete, und wurde wohl dort gefunden. 1737 kaufte Papst Clemens XII. sie für das Kapitol. Noch Lord Byron sah in ihr einen sterbenden Gladiator, als er ihr Verse im vierten Gesang von Childe Harold's Pilgrimage widmete, erschienen 1818, einen Mann, der sich in den Tod fügt und den Schmerz bezwingt, hingeschlachtet zur Belustigung der Römer.
Die Einzelheiten erzählen etwas anderes. Er trägt den Schnurrbart, das struppige Haar und den gedrehten Halsring, den Torques, die Griechen und Römer mit den Galliern verbanden, und neben ihm auf der Plinthe liegen ein ovaler keltischer Schild und ein gebogenes Kriegshorn. Das Museum sieht in ihm einen Galater, einen Angehörigen der keltischen Stämme, die sich in Kleinasien niedergelassen hatten. Die Statue wiederholt eine Figur aus der Gruppe, die König Attalos I. in Pergamon nach seinen Siegen über sie weihte.
Diese Kopie wird um 60 bis 40 v. Chr. datiert, in eben die Jahrzehnte, in denen Julius Caesar Gallien eroberte.




