
Hektors Abschied von Andromache
Details
Die Geschichte
1785 zeigte Jacques-Louis David in Paris den Schwur der Horatier, und eine neue, strenge Historienmalerei war in aller Munde. David war Viens Schüler gewesen. Im Jahr darauf signierte Vien, beinahe 70 und zurück von der Leitung der Französischen Akademie in Rom, für Ludwig XVI. diese riesige Leinwand nach dem sechsten Gesang von Homers Ilias.
Hektor, der trojanische Prinz, ist aus der Schlacht gekommen, um sich am Tor von Troja von seiner Frau Andromache zu verabschieden. Eine kniende Amme hält den kleinen Sohn Astyanax. Hektor wendet sich ihnen in voller Rüstung zu, den Speer in der Hand, den hohen Helm mit dem Federbusch noch auf dem Kopf, während rechts Streitwagen und Soldaten warten. Bei Homer erschrickt der Junge vor dem nickenden Rosshaarbusch, und der Vater nimmt lachend den Helm ab.
Das Bild war im Salon von 1787 zu sehen, in derselben Ausstellung, in der David den Tod des Sokrates zeigte, und noch einmal 1791. Danach hing es lange Jahre als Leihgabe in Épinal in den Vogesen und kehrte erst 1972 in den Louvre zurück.


