
Jean-Baptiste-Siméon Chardin · PD
Das Kartenhaus
Details
Die Geschichte
Um 1740, als der Hof Ludwigs XV. sich an Bouchers Göttinnen und galanten Szenen erfreute, wandte sich Chardin einem Jungen zu, der über einen Spieltisch gebeugt ist. Es ist Jean-Alexandre Le Noir, Sohn eines Pariser Kunsttischlers, der beim Maler mehrere Bilder bestellte. Das Kind baut ein Kartenhaus, ein Zeitvertreib, den das 18. Jahrhundert als Bild der Vergänglichkeit las: geduldige Arbeit, die ein Hauch zum Einsturz bringt. Chardin nahm das Motiv viermal auf, und die Fassung der Londoner National Gallery gilt als die letzte. Auf der Leinwand steht keine Moral. Die halb offene Schublade und die schräg an den Rand gelehnte Karte genügen, und das ganze Bild ruht in diesem Augenblick des Gleichgewichts, so still wie die Hand des Jungen.




