
Johannes Vermeer · CC-BY-SA-4.0
Die Klöpplerin
Details
Die Geschichte
Vermeer malte diese Klöpplerin um 1669 in Delft, und es ist sein kleinstes bekanntes Werk, kaum größer als ein Blatt Papier. Das Mädchen beugt sich ganz nah über sein Kissen, die Finger zwischen den gespannten Fäden, so vertieft, dass der Betrachter fast den Atem anhält. Vermeer stellte das Nahe scharf und ließ das Allernächste verschwimmen: Aus dem Nähkissen links quellen rote und weiße Fäden als weiche, unscharfe Flecken hervor, ein Effekt, den er wohl der Camera obscura verdankte, mit der er das Licht studierte. Auch das ruhige Handwerk hatte einen Sinn, denn im holländischen Bürgerhaus galt die fleißig arbeitende Frau als Bild der Tugend. Im 18. Jahrhundert wanderte das Täfelchen durch mehrere Sammlungen, bis es in den Louvre gelangte, wo es heute hängt.




