
John William Waterhouse · PD
Die Lady von Shalott
Details
Die Geschichte
Als Waterhouse dieses Bild 1888 malte, war das viktorianische England vernarrt in die Sagen um König Artus. Alfred Tennyson, damals der Hofdichter des Landes, hatte das zugrunde liegende Gedicht schon Jahrzehnte zuvor geschrieben, und jeder gebildete Betrachter kannte die Zeilen. Die junge Frau lebt unter einem Fluch auf einer Insel bei Camelot. Sie darf die Welt nur als Spiegelung sehen und weben, niemals direkt hinausblicken. Als der Ritter Lancelot vorbeireitet, hält sie es nicht mehr aus, schaut hinaus, und der Fluch bricht herein. Waterhouse zeigt den Moment danach. Sie hat den gewebten Wandteppich über den Kahn gelegt und löst die Kette, um nach Camelot zu treiben, wo sie sterben wird, bevor sie ankommt. Von den drei Kerzen am Bug brennt nur noch eine. Die beiden erloschenen galten den Viktorianern als Zeichen des nahen Todes.




